KÜNSTLERISCHE UMSETZUNG

Angie Hiesl und Roland Kaiser realisieren ihre künstlerischen Vorhaben ganz bewusst an der Schnittstelle von öffentlichem und privatem Raum. Basierend auf einem ortspezifischen Ansatz (site-specific work) verlassen sie die künstlerischen Schonräume und wählen explizit kunstfremde, nicht-theatrale öffentliche, halböffentliche und private Orte aus.

Während eingehender Recherchen spüren sie zunächst die vorhandenen lokalen Bezugssysteme auf und verwandeln anschließend die vorgefundenen Alltagsräume für eine begrenzte Zeit in Kunsträume.
Ihre maßgeschneiderten interdisziplinären Kreationen entstehen mit Mitteln aus den Bereichen Installation, Performance, Tanz, Theater und Klang. Hiesl und Kaiser erzeugen und erproben mit bildnerischen und performativen Methoden neue Kontexte, kondensieren auf diese Weise die örtlichen Besonderheiten und setzten sie in Bezug zu gesellschaftlichen Phänomenen.

Der subtilen Annäherung an die Eigentümlichkeiten des Ortes folgt die genaue Positionierung der künstlerischen Interventionen, wobei die Elemente des Ortes – urbane Umgebung, Architektur, Licht, Geräusche, Landschaft – in die vielschichtigen Szenerien einfließen.
Die Eingriffe selbst unterliegen einer ausgefeilten Dramaturgie und werden an den ausgewählten Stellen mit nahezu chirurgischer Präzision implantiert. In diesen künstlich geschaffenen Szenerien treten dann die PerformerInnen in Aktion: im Mittelpunkt steht der Körper im Raum, mit allen Facetten von Bewegung. In diesem suggestiven Wechselspiel zwischen Ort und Werk verwischen Angie Hiesl und Roland Kaiser die Grenzen zwischen Alltäglichem und Künstlichem, zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen Kunst und Leben.
 

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