Ganz bewusst wird auf Eintrittsgelder verzichtet, um den Aktionsraum für das Publikum auch tatsächlich offen zu halten. Auf diese Weise werden sich Zufallsgäste und Passanten unter die Besucher mischen. Auch wenn jedem Einzelnen frei steht, das Terrain unter dem Eindruck ganz persönlicher Perspektiven zu erkunden, so bewegt er sich immer auch innerhalb eines gemeinschaftlichen Gefüges. Gespeist mit den individuellen Wahrnehmungen der BetrachterInnen, wird der künstlerische Tatort gleichzeitig auch zur situativen Begegnungsstätte.

In China ist es noch sehr ungewöhnlich und vor allem bedeutend schwieriger als in Europa, Kunst-Performances im öffentlichen oder halböffentlichen Raum zu veranstalten. Bislang finden site-specific Projekte aus theatergeschichtlichen und politischen Gründen nur sehr selten statt. Diese für chinesische Verhältnisse relativ neue Aufführungspraxis trifft, das haben Hiesl und Kaiser während ihres letzten Projektes in Shanghai erlebt, sowohl auf große Experimentierfreude bei den KünstlerInnen als auch auf Neugier und Aufgeschlossenheit beim Publikum und den Mitwirkenden. Praktische Grenzen sind der künstlerischen Kreation und Aktion durch Polizei und Behörden vor Ort gesetzt, die in der Vergangenheit genehmigte Veranstaltungen im öffentlichen Raum mehrmals abgebrochen hat.

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