THEMA HAAR
Seit mehreren Jahren befassen sich Hiesl und Kaiser intensiv mit dem Thema Haar. Dem ersten Werk des mehrteiligen Zyklus HAAR „... und HAAR und HAAR und HAAR und ...“, 2006 in Koproduktion mit dem Schauspiel Köln, folgte noch im selben Jahr „...public hair...“, das als work in progress für das Fringe Festival Shanghai entstanden ist. Seither lässt der „Stoff aus dem die Zöpfe sind“ die Künstler nicht mehr los.
In der aktuellen Produktion china-hair-connection Peking-Köln widmen sie sich nun den interkulturellen Facetten des Themas. Dem Produktionsprozess sind intensive Recherchen vorausgegangen. In beiden Kulturkreisen werden Haaren unzählige Bedeutungen zugewiesen, so dass das Thema gerade in Hinblick auf kulturelle Hintergründe vielfältige Lesarten zulässt. Das Projekt versteht sich als kulturelle Annäherung aus europäischer Sicht, bei der gesellschaftliche, historische und individuelle Aspekte beleuchtet werden. Das Eintauchen in eine fremde Kultur ermöglicht gleichzeitig das Hinterfragen der eigenen.
Aspekte der künstlerischen Annäherung sind u. a. Traditionen der Kopf- und Körperbehaarung, Körperhygiene, städtischer Alltag - gesellschaftliche Kontraste, kulturell bedingte Tabus, Haar in Politik, Religion und Gesellschaft, Verknüpfung von Prostitution und Friseursalons in China, Menschenhaar als wertvoller Rohstoff der Industrie.
Die Akteurinnen und Akteure aus beiden Kulturkreisen bringen neben ihren künstlerischen Qualitäten auch ihre persönlichen Erfahrungen zum Thema Kopf- und Körperbehaarung ein.